Baumverluste auf den Maßnahmen- flächen A1, A2 und A3 an der Höffner-Baustelle zwischen November 2020 und Januar 2021

Für das (ehemalige) Kleingartengelände „Prüner Schlag 10-18 / Brunsrade 18-23”, Kiel, wurde 2012 ein Baumkataster angelegt, welches in den Folgejahren gelegentlich aktualisiert wurde, zuletzt am 16.-18. November 2020 und im Januar/Februar 2021. Die dabei angelegten Karten und Tabellen sind in dem Gutachten „NACHBILANZIERUNG für die Maßnahmenflächen A1- A3” des Büro ipp vom März 2021 enthalten, jedoch enthalten sie Einträge verschiedener sukzessive mit diesen Arbeiten beauftragter Büros; dabei sind die Einträge manchmal nicht eindeutig, und es bestehen Diskrepanzen zwischen Karten und Tabellen.

Ferner liegen uns eine Anzahl von Luftbildern jeweils vom 1. November 2020 und vom 27. November 2020 vor, anhand derer sich belegen läßt, daß im Verlaufe des November 2020 ein Großteil der Vegetation auf den Maßnahmenflächen zerstört wurde, inklusiver zahlreicher Bäume.

Das ipp-Gutachten stellt auf Seite 4 fest: „Allerdings sind Bäume durch das Büro Grimm noch im November 2020 erfasst worden die im Januar nicht angetroffen wurden.” Uns geht es hier im Wesentlichen um genau diejenigen Bäume, die bei der am 16.-18. November 2020 vorgenommenen Aktualisierung noch vorhanden waren, im Januar/Februar 2021 aber fehlten. Konkret wird der Verbleib von 28 Bäumen untersucht (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Gültigkeitsbereich des Bebauungsplanes 988: ehemalige Kleingartenanlagen „Prüner Schlag 10-18 / Brunsrade 18-23”; die Maßnahmenflächen sind grün markiert, die Baufläche Orange. Die Standorte der Bäume, deren Verbleib untersucht wird, sind durch die entsprechenden Nummern (gemäß Baumkataster) in Violett markiert.

Die Tabellen des Gutachten weisen auf fehlende Bäume durch rote oder orange Markierung hin. Dabei bedeutet Rot „bereits vor 2015 gefällt” und Orange „ausgehend von dem Stand 2015 aktuell nicht mehr im Gelände vorhanden”. Zusätzlich finden sich Einträge wie „fehlt aktuell” und „fehlt in 2021”, wobei diese sowohl bei orange markierten, als auch bei unmarkierten Bäumen auftreten können. Das Büro ipp hat auf unsere Nachfrage in Bezug auf die genaue Bedeutung dieser Einträge auf den Auftraggeber des Gutachters, die Fa. Krieger in Berlin, bzw. auf das Bau- und Umwelt­dezernat der Stadt Kiel verwiesen.

Maßnahmenfläche A1

Das Baumkataster erfaßt auf dieser Fläche 101 Bäume, von denen 4 bereits vor 2015 gefällt wurden und weitere 18 bis November 2020 verschwanden. 6 Bäume sind in der Tabelle als „fehlt in 2021” markiert. Dies sind:

K14 (Kirsche): Dieser Baum ist vorhanden (Abb. 2), und auch in der Tabelle ist entsprechend hinter „fehlt in 2021” das Wort „Bestand” gesetzt. Auch in der Karte ist er als „vorhanden” verzeichnet.

Abb. 2: Baum K14, Parzelle 259, Brunsrade 18-23 (Aufnahme vom 9.5.2021)

K43 (Apfel): Am angegebenen Standort (Parzelle 249, Brunsrade 18-23) sind keine Spuren eines gefällten Baumes zu erkennen (siehe auch Abb. 6).

K59 (Kirsche): Der angegebene Ort steht teilweise unter Wasser. Es sind noch Stamm- und Astreste eines Kirschbaumes zu sehen (Abb. 3), nicht aber die Stelle, an der er ursprünglich stand.

Abb. 3: Mutmaßliche Reste von Baum K59, Parzelle 276, Brunsrade 18-23 (Aufnahme vom 9.5.2021)

K65 (Rotfichte): Dieser Baum ist verschwunden, er wurde offenbar mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen; es sind noch Reste der Wurzeln sichtbar, die eine eindeutige Identifizierung erlauben (Abb. 4). In der Karte des Gutachtens scheinen K65 und K66 (Rotbuche) vertauscht eingetragen worden zu sein, siehe auch die Luftbilder Abb. 5 und Abb. 6.

Abb. 4: Spuren von Baum K65, links dahinter eine Thuja, rechts dahinter ein Kirschlorbeer (Aufnahme vom 9.5.2021)
Abb. 5: Dieser Ausschnitt aus einem Luftbild vom 1.11.2020 zeigt in der linken Hälfte die Rotfichte K65, links davor die Thuja (siehe Abb. 4), rechts dahinter eine weitere Rotfichte (K39).
Abb. 6: Auf diesem Ausschnitt aus einem Luftbild vom 27.11.2020 ist die Rotfichte K65 verschwunden. In der Mitte des Bildes die Lärche K69, rechts davon der Kirschlorbeer (siehe Abb. 4), über der Lärche die Thuja (siehe Abb. 4), rechts neben der Thuja der trockengefallene Folienteich T38.

K68 (Apfel): Am angegebenen Ort sind keine Spuren eines Apfelbaumes zu erkennen. Die Karte scheint in diesem Bereich fehlerhaft (Abb. 7): Lt. Karte stehen direkt neben dem (trockengefallen­en) Folienteich T38 (Parzelle 234, Brunsrade 18-23) die Bäume K67 (Apfel) und K68, und etwas weiter nördlich eine Thuja; weiter nördlich hinter der Baggerspur steht dann K69 (Europ. Lärche). In Wirklichkeit steht aber die Thuja an der Stelle von K67 und die Lärche an der Stelle der Thuja (vgl. Abb. 6). Neben der Thuja sind keine Spuren eines kürzlich gefällten Baumes zu sehen.

Abb. 7: Ausschnitt aus der Karte des Gut­achtens, Parzellen 247-249 (oben) sowie 234 und 235 (unten), Brunsrade 18-23, mit falsch eingetragener Thuja (vgl. Abb. 6)

K70 (Pflaume): Am angegebenen Ort sind keine Spuren eines Pflaumenbaumes zu erkennen, dafür aber ein umgekippter Holunder (Abb. 8). Die Tabelle gibt den benachbarten, nicht mehr vorhan­denen Baum K71 als „Holunder, Hochstamm” an. Vertauscht die Karte also K70 und K71 (vgl. Abb. 7)?

Abb. 8: hypothetischer Standort von Baum K70 an der Grenze der Parzellen 233 und 250, Brunsrade 18-23, mit umgekipptem Holunder

Anmerkung zu den Bäumen K35 (Rotfichte) und K39 (Rotfichte), die in der Erfassung vom 16.-18.11.2020 schon nicht mehr vorhanden waren (Parzelle 247, Brunsrade 18-23): Diese Bäume wurden im November 2020 professionell mit Motorsäge gefällt, also im Zeitraum der Rodungsarbeiten der Firma L. auf den Maßnahmenflächen, wie durch Beobachtung der frischen Stümpfe mit Sägespänen gesichert ist; unverständlicherweise enthält die Tabelle des Gutachtens für beide Bäume dennoch die Bemerkung „Vandalismus?”

Maßnahmenfläche A2

Das Baumkataster erfaßt auf dieser Fläche 237 Bäume, von denen 52 bereits vor 2015 gefällt wurden und weitere 24 bis November 2020 verschwanden. 6 Bäume sind in der Tabelle als „fehlt in 2021” markiert; 5 weitere sind als „fehlt aktuell” markiert. Dies sind:

H30a (Apfel), H30b (Apfel): Von diesen beiden Bäumen auf den Parzellen 571/572, Prüner Schlag 10-18, sind keine Spuren mehr zu finden (Abb. 9). Es ist möglich, daß ein im Februar 2017 aufge­nommenes Photo zeigt, wie der Baum H30a gefällt wird (Abb. 10). Bereits damals wurde dieser Bereich restlos gerodet, obwohl er teilweise in den Maßnahmenflächen liegt.

Abb. 9: Derzeitiger Zustand des Standortes von Baum H30a und Baum H30b (Aufnahme vom 10.5.2021). Links die Höffner-Baustelle.
Abb. 10: Rodungsarbeiten in Parzelle 572, Prüner Schlag 10-18, aufgenommen im Februar 2017

H32 (Apfel): möglicherweise ein seit längerem abgestorbener Baum, dessen Reste noch vorhanden sind.

H31alt (Apfel): nicht in Karte verzeichnet, daher nicht aufzuklären

H41 (Kirsche): Dieser Baum ist verschwunden, er wurde offenbar mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen; es sind noch Reste der Wurzeln sichtbar (Abb. 11). In der Karte scheinen H41 und H40 (Apfelbaum) vertauscht eingetragen worden zu sein.

Abb. 11: Spuren von Baum H41, Parzelle 565, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 10.5.2021)

H63 (Weide): verschwunden, offenbar mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen (Abb. 12).

Abb. 12: Spuren von Baum H63, Parzelle 560, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 10.5.2021)

H65 (Birne): Standort ist derzeit überflutet, daher nicht aufzuklären.

H96 (Pflaume): nicht in der Karte des Gutachtens enthalten, aber in den Karten des Bebauungs­planes von 2014 ist ein Baum mit dieser Nummer verzeichnet. Am entsprechenden Standort sind keine Spuren eines kürzlich gefällten Baumes erkennbar (Abb. 13).

Abb. 13: hypothetischer Standort von Baum H96, Parzelle 483, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 11.5.2021)

H115 (Kirsche), H116 (Pflaume): Von diesen beiden Bäumen sind keinerlei Spuren mehr auffindbar (Abb. 14), allerdings haben an ihrem Standort kürzlich Erdarbeiten stattgefunden (Stand 9.5.2021). Abb. 15 zeigt einen Ausschnitt aus der Karte des Gutachtens, aus welchem die ursprünglichen Standorte dieser beiden Bäume ersichtlich sind. Aus Luftbildern geht hervor, daß dieser Bereich Anfang November 2020 noch dicht bewachsen war, während er Ende November 2020 bis auf eine einzelne Thuja vollständig gerodet war (Abb. 16 / 17).

Abb. 14: Derzeitiger Zustand des Standortes von Baum H115 und Baum H116 (Aufnahme vom 8.5.2021). Links eine einzeln stehende Thuja, im Hintergrund die Höffner-Baustelle.
Abb. 15: Ausschnitt aus der Karte des Gut­achtens, Parzellen 430-435, Prüner Schlag 10-18, mit einzeln stehender Thuja (vgl. Abb. 14) und den Standorten der verschwundenen Bäumen H115 und H116.
Abb. 16: Auf diesem Ausschnitt aus einem Luftbild vom 1.11.2020 stehen im Bereich von Baum H115 und Baum H116 vielfältige Bäume und Gebüsche. Die einzeln stehende Thuja ist links der Mitte erkennbar.
Abb. 17: Auf diesem Ausschnitt aus einem Luftbild vom 27.11.2020 sind Baum H115 und Baum H116 sowie die Gebüsche verschwunden; die einzeln stehende Thuja ist deutlich erkennbar. Auf der rechten Seite sieht man den grossen Haufen von Schnittgut, der in der Karte des Gutachtens (Abb. 14) als „Haufwerk A2a” verzeichnet ist.

H133 (Apfel): Dieser Baum ist vorhanden, und auch in der Tabelle des Gutachtens ist entsprechend das Wort „Bestand” gesetzt. Auch in der Karte ist er als „vorhanden” verzeichnet. Er scheint allerdings vollkommen abgestorben zu sein (Abb. 18).

Abb. 18: Baum H133, Parzelle 394, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 10.5.2021)

H143 (Apfel): verschwunden, offenbar mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen (Abb. 19).

Abb. 19: Spuren von Baum H143, Parzelle 389, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 10.5.2021)

H145 (Baumweide): am in der Karte des Gutachtens verzeichneten Standort sind Arbeitsspuren zu sehen, jedoch kein klarer Hinweis auf einen kürzlich gefällten Baum (Abb. 20).

Abb. 20: hypothetischer Standort von Baum H145,Parzelle 389, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 10.5.2021). Im Hinter­grund die Höffner-Baustelle.

In der Umgebung von H143 sowie weiter östlich in MaßnahmenflächeA2 fallen einige frische Baumstümpfe auf, die in der Tabelle des Gutachtens nicht als „nach 2016 verschwunden” erfaßt sind; zwei Beispiele sind in Abb. 21 gezeigt, auf einem Photo, das in dem Monat aufgenommen wurde, in dem die Fällungen stattfanden.

Abb. 21: frische Baumstümpfe, Parzelle 267, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 28.11.2020)

Maßnahmenfläche A3

Das Baumkataster erfaßt auf dieser Fläche 53 Bäume, von denen 15 bereits vor 2015 gefällt wurden und weitere 8 bis November 2020 verschwanden. 4 Bäume sind in der Tabelle als „fehlt in 2021” markiert; 5 weitere sind als „fehlt aktuell” markiert. Dies sind:

G3 (Pflaume): Dieser Baum ist vorhanden, so daß die Eintragung „fehlt aktuell” in der Tabelle irrig ist (Abb. 22).

Abb. 22: Baum G3, Parzelle 535, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 11.5.2021)

G4 (Apfel): am in der Karte verzeichneten Standort ist kein klarer Hinweis auf einen kürzlich gefällten Baum zu sehen (Abb. 23).

Abb. 23: Derzeitiger Zustand des Standortes von Baum G4, Parzelle 535, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 9.5.2021)

G7 (Kirsche): am in der Karte verzeichneten Standort finden sich drei Bäume, sowie Spuren zweier kürzlich ausgerissener Bäume oder Sträucher. Die Tabelle verzeichnet hinter „fehlt in 2021b” das Wort „Bestand” (Abb. 24).

Abb. 24: Baumgruppe mit Baum G7 in Parzelle 500, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 11.5.2021). Im Hinter­grund die Höffner-Baustelle.

G15 (Apfel): verschwunden, vermutlich mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen, aber keine klaren Spuren (Abb. 25).

Abb. 25: ungefährer Standort von Baum G15,Parzelle 457, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 9.5.2021)

G16 (Kirsche): Dieser Baum ist vorhanden, so daß die Eintragung „fehlt aktuell” in der Tabelle irrig ist (Abb. 26).

Abb. 26: Baum G16,Parzelle 457, Prüner Schlag 10-18(Aufnahme vom 11.5.2021). Der niedrige Baum hinter G16 ist M233 (Spitzahorn, siehe Abb. 28). Im Hintergrund die Höffner-Baustelle.

G17 (Ahorn): verschwunden, offenbar mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen (Abb. 27).

Anmerkung: Dieser Baum fehlt im Bebauungsplan, welcher die Nummer G17 stattdessen für einen Apfelbaum vergibt (jetzt G17b), der noch vorhanden ist (siehe Abb. 27). Für den Umfang von G17 wird für das Jahr 2012 120 cm und für das Jahr 2021 56 cm angegeben, so daß die Angabe für 2012 falsch sein muß. Er wird wohl im Jahr 2012 noch zu klein gewesen sein, um erfaßt zu werden.

Abb. 27: Spuren von Baum G17, Parzelle 456, Prüner Schlag 10-18, dahinter Baum G17b, rechts Baum G17a (Aufnahme vom 9.5.2021). Im Hintergrund die Höffner-Baustelle.

G18 (Apfel): Situation unklar. Der Bebauungsplan zeigt an dieser Stelle (Parzelle 455, Prüner Schlag 10-18) drei Bäume, G17, G18 und G19, wobei letzterer in Rot markiert ist, was bedeutet, daß er im Zuge der Bebauung gefällt werden darf (siehe Abb. 28 links). Dementsprechend führt die Tabelle des Gutachtens G19 als „vor 2015 gefällt” mit dem Zusatz „Baufeld Zufahrt”. Die Karte des Gutachtens zeigt aber wieder drei Bäume, G17a, G17b und G18 (siehe Abb. 28 rechts); die Tabelle führt G18 als „fehlt in 2021”. Am fraglichen Ort stehen tatsächlich zwei Apfelbäume (siehe Abb. 27), es sind aber keine Spuren sichtbar, daß kürzlich ein weiterer gefällt worden wäre (Abb. 29).

Abb. 28: Ausschnitt aus der Karte des Bebauungsplanes 988 (links), sowie Ausschnitt aus der Karte des Gutachtens, jeweils Parzellen 454-456, Prüner Schlag 10-18, mit Standorten der verschwunde­nen Bäume G15, G17 und G18. Jeweils links in den Ausschnitten ist ein Rondeel zu sehen, welches zu einem der Wege durch die ehemalige Kleingartenanlage gehörte, bepflanzt mit Baum M233 (Spitzahorn); siehe auch Abb. 26 und Abb. 27. Jeweils rechts ist die Zufahrt zum Gelände der „Großen Grünen Schützengilde von 1412” zu sehen.
Abb. 29: Baum G17a, Parzelle 455, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 9.5.2021). Baum G18 müßte sich rechts davon befunden haben. Im Hinter­grund die Höffner-Baustelle.

Luftbilder zeigen, daß noch am 1.11.2020 in diesem Bereich, leicht nördlich vom hypothetischen Standort von G18, ein hoch gewachsener immergrüner Baum stand, vermutlich eine Thuja (Abb. 30); am 27.11.2020 war er verschwunden (Abb. 31). Auch von dieser Baumfällung sind keine Spuren mehr sichtbar.

Abb. 30: Auf diesem Ausschnitt aus einem Luftbild vom 1.11.2020 ist im Bereich der Parzellen 454 und 455, Prüner Schlag 10-18, ein hoch gewachsener immergrüner Baum sichtbar, vermutlich eine Thuja. Vorne links die Absperrung zur Höffner-Baustelle.
Abb. 31: Auf diesem Ausschnitt aus einem Luftbild vom 27.11.2020 ist der hoch gewachsene immer­grüne Baum von Abb. 30 verschwunden. Oben links ist die Zufahrt zum Gelände der Großen Grünen Schützengilde von 1412” erkennbar.

M122 (Kirsche): Am in der Karte verzeichneten Standort sind Arbeitsspuren zu sehen, jedoch keine klaren Spuren eines kürzlich gefällten Baumes (Abb. 32).

Abb. 32: Derzeitiger Zustand des Standortes von Baum M122, Parzelle 409, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 13.5.2021). Im Hinter­grund die Höffner-Baustelle.

M124 (Sandkiefer): verschwunden, vermutlich mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen (Abb. 33).

Abb. 33: Spuren von Baum M124, Parzelle 409, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 13.5.2021). Im Hintergrund das Gelände der „Großen Grünen Schützengilde von 1412”.

Fazit

Die Ergebnisse dieser Untersuchung lassen sich zusammenfassen wie folgt. 28 Einträge aus dem Baumkataster wurden überprüft; bei 15 dieser Bäume erscheint es sicher, daß sie im Verlaufe des Novembers 2020 gefällt wurden, und zwar in der Mehrheit der Fälle vermutlich durch einen mit einer Greifklaue ausgerüsteten Bagger, wie er auf dem Gelände tatsächlich beobachtet wurde (Abb. 34).

Abb. 34: Bagger / Kettenfahrzeug mit Greifklaue, gesehen auf Maßnahmenfläche A1 (Aufnahme vom 11.11.2020).

Vier der 28 überprüften Bäume sind aktuell noch vorhanden, im Widerspruch zu den Eintragungen „fehlt aktuell” oder „fehlt in 2021” in der Tabelle des Gutachtens. In den 9 verbleibenden Fällen kann keine Entscheidung getroffen werden.

Die uns vorliegenden Informationen erlauben es nicht, genauer festzustellen, wann im November 2020 die einzelnen Bäume gefällt wurden; insbesondere kann nicht bestimmt werden, ob dies vor oder nach dem 11.11.2020 (i.e., nach dem Ortstermin der Unteren Naturschutzbehörde) geschah. Der Kronzeuge dafür, daß tatsächlich ein Teil der Bäume nach diesem Stichtag gefällt wurde, bleibt die Aussage des Gutachtens „Allerdings sind Bäume durch das Büro Grimm noch im November 2020 erfasst worden die im Januar nicht angetroffen wurden.” Hier wäre es interessant, ob das Büro Grimm bei seiner Arbeit vom 16.-18.11.2020 Photos angefertigt hat.

Weitere Anmerkungen:

  • Die Gesamtanzahl der im November 2020 gefällten Bäume, die nach Baumschutzverord­nung geschützt waren, liegt vermutlich höher als die im Gutachten angegebenen 42, da mehrere frische Baumstümpfe dokumentiert wurden, teils direkt noch im November 2020 (siehe Abb. 21), die auf den Karten und in den Tabellen des Gutachtens nicht verzeichnet sind.
  • Hinweise auf durch „Vandalismus” gefällte Bäume wurden nicht gefunden, es sei denn, die Täter hätten sich professioneller Ausrüstung bedient.
  • Allgemein ist der gegenwärtige Zustand vieler der noch vorhandenen Bäume eher schlecht, manche sind ganz abgestorben. Dies ist zu einem Teil eine Folge der nach Aufgabe der ursprünglichen Kleingärten ausgebliebenen Pflege, aber sicherlich auch eine Folge der Rodungsarbeiten vom November 2020 (Eingriffe in den Wasserhaushalt des Geländes, Zerstörung von Drainagen, partielle Überschwemmungen, Beschädigung von Wurzeln, Komprimierung des Bodens, Wegfall der Schutzfunktion gefällter benachbarter Bäume und Gehölze gegenüber Wind, etc.). Dies führt auch zu weiteren, nicht auf gezielte Fällung zurückgehenden Baumverlusten, die vermeidbar gewesen wären. Beispielsweise ist Baum M118 (Apfel) anscheinend während des Sturmes vom 4.5.2021 umgestürzt (Abb. 35)
Abb. 35: Baum M118, Parzelle 374, Prüner Schlag 10-18 (Aufnahme vom 9.5.2021)

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